Ein ICC-Profil (International Color Consortium) ist eine standardisierte Datei, die den Farbumfang und das Farbverhalten eines Geräts oder Druckverfahrens beschreibt. ICC-Profile sind das Herzstück des Farbmanagements und unverzichtbar für die korrekte Farbwiedergabe auf Proofs.
Wie funktionieren ICC-Profile?
Jedes ICC-Profil enthält eine Zuordnungstabelle, die gerätespezifische Farbwerte (z. B. CMYK-Prozentwerte) in den geräteunabhängigen Lab-Farbraum übersetzt. So kann Farbmanagement-Software die Farben zwischen verschiedenen Geräten korrekt umrechnen — etwa von Ihrem Bildschirm über den Proof bis zum Auflagendruck.
Wichtige Profile für den Proof
- ISOCoatedV2 (Fogra39): Das Standardprofil für gestrichenes Papier im europäischen Offsetdruck. Wird bei den meisten Proof-Bestellungen verwendet.
- PSO Coated v3 (Fogra51): Der modernere Nachfolger für gestrichenes Papier nach aktuellem Druckstandard.
- PSO Uncoated (Fogra47/52): Für ungestrichenes Papier (Naturpapier, Offsetpapier). Zeigt den deutlich eingeschränkteren Farbumfang dieser Papiersorten.
- ISOWebCoated: Für den Rollenoffset (Zeitschriftendruck).
Das richtige Profil wählen
Entscheidend ist, dass das ICC-Profil in Ihrer Druckdatei zum späteren Druckverfahren und Papier passt. Wenn Ihr Produkt auf gestrichenem Bilderdruckpapier im Bogenoffset gedruckt wird, sollte Ihre Datei mit ISOCoatedV2 oder PSO Coated v3 angelegt sein. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Druckerei nach, welches Profil verwendet werden soll.
Ein falsch gewähltes Profil führt zu Farbverschiebungen — der Proof zeigt dann zwar korrekt an, was die Datei enthält, aber nicht, was im Druck herauskommen wird.
