Der Medienkeil (auch UGRA/Fogra-Medienkeil) ist ein standardisierter Farbkontrollstreifen, der am Rand jedes verifizierten Proofs mitgedruckt wird. Er besteht aus definierten Farbfeldern und dient der messtechnischen Überprüfung der Proof-Qualität.
Aufbau des Medienkeils
Der Medienkeil enthält eine Reihe präzise definierter Farbfelder:
- Primärfarben: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz in verschiedenen Abstufungen
- Sekundärfarben: Überdruckungen wie Rot, Grün und Blau
- Graubalance-Felder: Zur Kontrolle der neutralen Grautöne
- Papierweißfeld: Zur Erfassung der tatsächlichen Papierfarbe
Wie funktioniert die Messung?
Nach dem Drucken des Proofs wird der Medienkeil mit einem Spektralfotometer vermessen. Das Messgerät erfasst die Lab-Farbwerte jedes einzelnen Feldes und vergleicht sie mit den Sollwerten des gewählten Druckstandards (z. B. Fogra39). Die Software berechnet daraus die Farbabweichungen (Delta-E) und erstellt ein Prüfprotokoll.
Warum ist der Medienkeil unverzichtbar?
Ohne Medienkeil gibt es keine objektive Möglichkeit, die Farbgenauigkeit eines Proofs zu überprüfen. Er ist das Qualitätssicherungsinstrument im Proofing-Workflow. Nur wenn der Medienkeil innerhalb der Toleranzen nach ISO 12647-7 liegt, kann der Proof als farbverbindlich gelten. Ein Proof ohne Medienkeil und Prüfprotokoll ist letztlich nur ein schöner Ausdruck — aber keine verlässliche Druckvorlage.
Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Proof immer mit Medienkeil und zugehörigem Prüfprotokoll geliefert wird.
