Sonderfarben (auch Schmuckfarben oder Spot Colors) sind vorgemischte Druckfarben, die unabhängig vom CMYK-Prozess eingesetzt werden. Die bekanntesten Systeme sind Pantone (weltweit verbreitet) und HKS (hauptsächlich in Deutschland und der Schweiz).
Warum Sonderfarben?
Sonderfarben bieten Vorteile gegenüber CMYK:
- Farbkonsistenz: Die Farbe ist immer identisch, unabhängig von der Druckmaschine
- Erweiterter Farbumfang: Leuchtende Töne, die in CMYK nicht erreichbar sind (z. B. Neonorange, kräftiges Violett)
- Markenfarben: Corporate-Design-Farben werden häufig als Pantone- oder HKS-Werte definiert
Sonderfarben auf dem Proof
Ein Proof wird im Inkjet-Verfahren erstellt und kann keine echten Sonderfarben drucken. Die Proof-Software rechnet Pantone- oder HKS-Werte in den Farbraum des Proofdruckers um und simuliert die Sonderfarbe so genau wie möglich. Für viele Farben funktioniert das sehr gut — für andere stößt die Simulation an Grenzen.
Grenzen der Simulation
Besonders leuchtende, hochgesättigte Sonderfarben lassen sich auf dem Proof nicht exakt nachbilden. Metallic-Farben (Pantone 871–876), Neonfarben und sehr helle Pastelltöne können nur angenähert dargestellt werden. Der Proof zeigt in diesen Fällen die bestmögliche Annäherung, aber nicht die tatsächliche Wirkung der Sonderfarbe im Auflagendruck.
Für farbkritische Entscheidungen bei Sonderfarben empfiehlt es sich, zusätzlich zum Proof den aktuellen Pantone-Farbfächer oder HKS-Farbfächer heranzuziehen. So bekommen Sie den zuverlässigsten Eindruck der endgültigen Farbe.
