Ein häufiges Missverständnis: Der Proof soll farblich das Druckergebnis simulieren, besteht aber aus einem völlig anderen Material als das spätere Druckpapier. Das ist kein Mangel, sondern technisch bedingt — und es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen.
Warum spezielles Proofpapier?
Proofpapier ist ein hochwertiges Inkjet-Spezialpapier, das für die Aufnahme von Proof-Tinten optimiert ist. Es muss folgende Anforderungen erfüllen:
- Großer Farbumfang: Das Papier muss genügend Farbraum bieten, um verschiedene Druckverfahren simulieren zu können
- Neutrale Papierfarbe: Der Weißton muss über ICC-Profile anpassbar sein
- Gleichmäßige Oberfläche: Für homogene Farbaufträge ohne Streifenbildung
- Langzeitstabilität: Die Farben dürfen sich nicht kurzfristig verändern
Gestrichen vs. ungestrichen simulieren
Für die Simulation von gestrichenem Bilderdruckpapier (glänzend oder matt) wird ein glatteres, helleres Proofpapier verwendet. Die Simulation von ungestrichenem Naturpapier erfolgt auf einem raueren Proofpapier mit wärmerem Weißton. Beide zeigen die Farbwirkung des Drucks realitätsnah — die Haptik und Dicke des Papiers unterscheiden sich aber vom Endprodukt.
Optische Aufheller (OBA)
Viele Druck- und Proofpapiere enthalten optische Aufheller (Optical Brightening Agents), die unter UV-Licht fluoreszieren und das Papier weißer erscheinen lassen. Da Proof- und Druckpapier unterschiedliche Mengen an Aufhellern enthalten, können Farbeindrücke je nach Beleuchtung leicht variieren. Eine Beurteilung unter Normlicht (D50) minimiert diesen Effekt.
